Clientseitige vs. serverseitige Verschlüsselung: Was Ihre Daten wirklich schützt

Veröffentlicht von May Software

Wenn es um Sicherheit in der Cloud geht, ist oft von „Verschlüsselung“ die Rede. Doch Verschlüsselung ist nicht gleich Verschlüsselung. Der grundlegende Unterschied liegt zwischen serverseitiger und clientseitiger Verschlüsselung. Wer diesen Unterschied versteht, weiß auch, wer den Zugriff auf die eigenen Daten tatsächlich kontrolliert: Sie selbst oder der Anbieter.

Serverseitige Verschlüsselung: ein begrenzter Schutz

Bei einem klassischen Modell werden Ihre Dateien an die Server des Anbieters übertragen und erst dort verschlüsselt. Dies wird als Verschlüsselung ruhender Daten (encryption at rest) bezeichnet. Die Daten sind dadurch vor einem physischen Diebstahl der Festplatten geschützt, der Anbieter behält jedoch die Schlüssel zur Entschlüsselung. Das bedeutet, dass Mitarbeitende des Dienstes oder andere Personen mit Zugriff auf diese Schlüssel Ihre Dateien technisch lesen können. Außerdem kann der Anbieter aufgrund einer rechtlichen Verpflichtung gezwungen sein, die Daten im Klartext an Behörden herauszugeben, da er sie entschlüsseln kann.

Clientseitige Verschlüsselung: Sie besitzen den Schlüssel

Bei der Ende-zu-Ende- beziehungsweise clientseitigen Verschlüsselung werden Ihre Daten dagegen direkt auf Ihrem Gerät verschlüsselt, bevor sie Ihren Computer oder Ihr Smartphone verlassen. Nur die bereits verschlüsselten Dateien werden an die Server übertragen. Ihr Schlüssel zur Entschlüsselung wird dem Anbieter niemals übermittelt. Selbst wenn ein Server gehackt wird, bleiben die Daten ohne Ihren Schlüssel unbrauchbar. Der Anbieter kann sie auch nicht an Dritte weitergeben, weil er den Schlüssel nicht besitzt. Dies ist das Prinzip von Zero Knowledge: Der Dienstanbieter kennt den Inhalt Ihrer Dateien zu keinem Zeitpunkt.

Rechtliche und praktische Folgen

Die Wahl zwischen diesen beiden Ansätzen hat konkrete Folgen. Bei serverseitiger Verschlüsselung können Ihre Daten abhängig von den Nutzungsbedingungen für zielgerichtete Werbung verwendet oder mit Partnern geteilt werden. Clientseitige Verschlüsselung macht solche Praktiken technisch unmöglich. Rechtlich verlangt die DSGVO einen angemessenen Schutz personenbezogener Daten. Clientseitige Verschlüsselung geht noch weiter: Sie gibt Ihnen die ausschließliche Kontrolle und kann Unternehmen dabei helfen, ihre eigenen Vertraulichkeitspflichten gegenüber Kundinnen und Kunden einzuhalten.

Wie erkennen Sie das Verschlüsselungsmodell eines Anbieters?

Lesen Sie die technische Dokumentation und die Nutzungsbedingungen sorgfältig, um festzustellen, ob ein Dienst Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verwendet. Achten Sie auf Begriffe wie „clientseitige Verschlüsselung“, „Zero Knowledge“ oder „vom Nutzer verwaltete Schlüssel“. Seien Sie bei ungenauen Angaben wie „AES-256-Verschlüsselung“ vorsichtig, wenn nicht erklärt wird, wer die Schlüssel besitzt. Dienste wie May·Secret verschlüsseln Ihre Daten beispielsweise auf Ihrem Gerät, bevor sie an Server in Frankreich gesendet werden, und können sie selbst nicht entschlüsseln. Weitere Einzelheiten finden Sie auf unserer Seite zur Sicherheit. Diese Transparenz ist ein wichtiges Zeichen für einen seriösen Anbieter.

Fazit: Clientseitige Verschlüsselung weist den Weg

Angesichts zunehmender Bedrohungen und immer häufigerer staatlicher Auskunftsersuchen ist clientseitige Verschlüsselung kein Luxus mehr, sondern eine Notwendigkeit für alle, die ihre Privatsphäre ernst nehmen. Es geht nicht nur um Technologie, sondern um die Hoheit über Ihre Daten. Wenn Sie einen Dienst wählen, bei dem nur Sie Ihre Schlüssel besitzen, stellen Sie sicher, dass niemand sonst Ihre Dateien lesen kann – auch nicht unter Zwang.

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